Schleswig-Holstein: Amt Boostedt-Rickling startet Sitzungsstreaming

Im September 2026 startet das Amt Boostedt-Rickling ein bislang landesweit einzigartiges Projekt: Als gemeinsame Verwaltung von sechs angeschlossenen Gemeinden streamt das Amt seine Sitzungen, in denen die ehrenamtlichen Bürgermeister sowie weitere Gemeindevertreter zusammenkommen, live im Internet. Los geht es am Mittwoch, 02. September, mit der Übertragung des Hauptausschusses, dem die Bürgermeister der Gemeinden Boostedt, Rickling, Daldorf, Heidmühlen, Latendorf und Groß Kummerfeld angehören. Der Stream wird ab 19:30 Uhr hier zu sehen sein: 

https://www.amt-boostedt-rickling.de/livestream

Sitzungsstreaming in Schleswig-Holstein: Was das Projekt besonders macht

In Schleswig-Holstein haben sich insgesamt 1021 kleine Gemeinden in insgesamt 83 Ämtern zusammengeschlossen, um ihre Verwaltungsgeschäfte gemeinsam zu erledigen. Politisch bleiben diese Gemeinden jedoch unabhängig, jede Gemeinde wählt ihren Bürgermeister oder ihre Bürgermeisterin sowie ihre Gemeindevertretung. Dass die Initiative, ein Streaming von Sitzungen anzubieten, vom gemeinsamen Amt ausging, gab es in Schleswig-Holstein bislang noch nicht. Die 13 Städte und Gemeinden, die aktuell in Schleswig-Holstein ein Streaming anbieten, sind allesamt amtsunabhängig. Das Amt Boostedt-Rickling, dessen sechs angehörige Gemeinden zusammen auf etwa 12.500 Einwohner kommen, ist in dieser Hinsicht also Vorreiter. 

Welche Sitzungen überträgt das Amt Boostedt-Rickling?

Zunächst werden die Sitzungen des Amtsausschusses, sowie des Hauptausschusses live im Internet gestreamt und somit die Themen der Verwaltung, die sämtliche angeschlossenen Gemeinden betreffen, live im Internet gestreamt. Hier hat sich der Amtsausschuss im Juni nach einer kurzen Testphase entschieden. Aber das Amt Boostedt-Rickling geht mit seinem Angebot noch deutlich weiter: Es bietet den sechs angeschlossenen Gemeinden an, auch ihre Gemeindevertretungssitzungen live zu streamen. Mit RatsTV.com entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten, weil diese nicht abhängig von der Anzahl der übertragenen Sitzungen sind. Es muss von den Gemeinden also lediglich der Aufbau des Übertragungsequipments in den unterschiedlichen Sitzungssälen organisiert werden. Die Entscheidung darüber, ob dieses Angebot genutzt werden soll, liegt – wie in allen anderen Städten und Gemeinden auch – bei den Gemeindevertretungen und wird in den kommenden Wochen dort diskutiert. 

Haben schon derart kleine Gemeinden Gremiensitzungen gestreamt?

Ja, in der Tat gab es schon einmal eine Initiative der Gemeinde St. Peter-Ording, wegen ihrem langen und breiten Sandstrand bekannt als die „größte Sandkiste des Nordens“. Die 4.000 Einwohner-Gemeinde gehört dem Amt Eiderstedt an und hat seine Gremiensitzungen in der Corona-Pandemie gestreamt. Dieses Angebot musste jedoch Mitte 2023 wegen zu hoher Kosten wieder eingestellt werden (Quelle: Amt Eiderstedt). Dieses Argument spielt nun bei den Entscheidungen der Gemeindevertretungen im Amt Boostedt-Rickling erst einmal keine Rolle mehr.